Wenn Madame Bluescht plaudert
Wer während des Deutschsprachkurses im Thurgau die landschaftlichen Reize der Region in voller Blüte erleben möchte, der kontaktiert am besten Madame Bluescht. Sie ist nämlich die Blühexpertin des Kantons und gibt per Telefon und Chat ihre ganz persönliche „Blüh-gnose“ für die aktuell schönsten Blütengenüsse im Thurgau.
Wo was wann im Thurgau blüht, mit dieser Frage beschäftigten sich auch schon die Römer, welche 100 v. Chr. die ersten Äpfel in die südliche Bodenseeregion brachten und damit den Grundstein für den „Apfelkanton“ legten. Bis heute stammt jeder 3. Apfel, der in der Schweiz genossen wird, aus der Region rund um die Thur. Dabei werden 200 verschiedene Apfelsorten und rund 40.000 Tonnen Äpfel pro Jahr produziert. Wen wundert es da, dass es rund um den Apfel auch eine kreative Vielfalt an kulinarischen Genüssen gibt?
So sind die Apfelringli ein echter Exportschlager der Region. Einst als Trockenobst für den langen, ostschweizerischen Winter gedacht, gehören Apfelringe heute in vielen Ländern genauso zum festen Lebensmittelangebot wie der berühmte Müller-Thurgau, ein weiterer Exportschlager des Kantons. Dieser wurde 1882 vom schweizerischen Professor Hermann Müller gezüchtet und erstmals am Weinberg beim Schloss Arenenberg angebaut. Nicht weit davon entfernt, im pittoresken Gottlieben, waren es hingegen Frauen, die eine weitere köstliche Spezialität des Kantons entwickelten: die Gottlieber Hüppen. Nach jahrhundertealten Rezepten gefertigt, ist das feine Gebäck heute bis weit über die Landesgrenzen und vielleicht auch schon bis nach Indien wohlbekannt. Womit wir zu der Frage kommen, was es eigentlich mit der vermeintlichen Verwandtschaft des Thurgaus mit Indien auf sich hat?
Ein Blick auf die Landkarte verrät: der Thurgau erstreckt sich vom Klostergut Paradies vor Schaffhausen über den am Untersee gelegenen Seerücken und Kreuzlingen bis Arbon am Obersee und verjüngt sich im Süden am Dreiländerstein so stark, dass seine geographische Form auch gerne mit der von Indien verglichen wird. Doch nicht nur dieser kartographische Vergleich brachte das Satiremagazin „Postheiri“ dazu, den Thurgau im Jahr 1853 als „Most-India“ zu bezeichnen, sondern auch der Umstand, dass die Thurgauer Äpfel damals zunehmend zu Most verarbeitet wurden. Da zu jener Zeit zudem das eidgenössische Eisenbahnnetz unter anderem auch für den Export der Thurgauer Äpfel errichtet wurde, verglichen die Satiriker das neue Thurgauer Bahnnetz schelmisch mit dem Handelsnetz der damals weltumspannenden britischen East Indian Company und kamen selbstverständlich zu dem Schluss, dass der Apfelexport aus „Mostindien“ doch nun wirklich genauso bedeutend sei wie jener der Ostindienkompanie.
Sie möchten weitere lustige Fakten zum Thurgau erfahren? In meinem Interkulturellen Training und meinen Deutsch Sprachkursen im Thurgau tauchen wir immer wieder in die Geschichte, Kultur und Mentalität des Kantons ein und lernen dabei Land und Leute auf unterhaltsame Art besser kennen, so dass Sie wertvolles Hintergrundwissen zu Ihrer neuen Heimat sammeln. Sind Sie bereit für Ihre Reise in die deutsche Sprache? Ich auch! Gemeinsam legen wir den Grundstein dafür, dass Sie auch mit dem Herzen in der Schweiz ankommen!
Ihre Olga Mühlethaler