Wohnen Sie noch oder leben Sie schon?
Dass ein Zuhause mehr ist als nur ein Wohnsitz machte der Werbeslogan eines bekannten schwedischen Einrichtungshauses schon im Jahr 2002 treffend deutlich. Auch ich erkenne mich darin wieder. Eigentlich in Weissrussland geboren und aufgewachsen, ist die Schweiz heute mein Zuhause. Ja, das ist es: Ich habe hier tatsächlich Wurzeln geschlagen. Das wurde mir diesen Sommer stark bewusst. Doch was gehört zur erfolgreichen Integration dazu? Wie sehen dies die Schweizer Behörden? Und wie fühlt es sich eigentlich an, in der Schweiz zuhause zu sein?
Integration in der Schweiz: Ein hochindividueller Prozess
Die Schweiz ist eines der beliebtesten Zuwanderungsländer der Welt und zählte 2024 einen Ausländeranteil von 2,3 Millionen. Gemessen an der Gesamtbevölkerung von 9,05 Millionen sind das immerhin über 27%. Dabei meistert die Schweiz die hohe Zuwanderung hochindividuell und sieht ihn als einen persönlichen Prozess, in welchem Zuwandererinnen je nach ihrem Bedarf gefördert und gefordert werden. Grundsätzlich, so die Grundprinzipien der Schweizer Integrationspolitik, zeige sich der Beitrag der Zuwandererinnen zu einer erfolgreichen Integration in…
… der Respektierung der Grundwerte der Bundesverfassung.
… der Einhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.
… dem Willen zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung.
… Kenntnissen einer der drei Landessprachen.
Dabei steht es den Kantonen frei, Zuwandernden den Aufenthalt nur unter bestimmten Bedingungen zu bewilligen und zum Erreichen dieser Bedingungen zum Beispiel Sprach- und Integrationskurse, Schuldnerberatung oder Bewerbungscoachings finanziell zu fördern. Festgehalten werden die Integrationsziele in den jeweiligen Kantonalen Integrationsprogrammen (KIP), welche periodisch überprüft und an den jeweiligen Bedarf neu angepasst werden. Doch Integration ist viel mehr als nur das Absolvieren behördlicher Ziele, sondern es ist auch immer ein Gefühl. Das weiss ich selbst sehr genau.




Meine Reise zu mir selbst
In diesem Sommer war ich mit meiner Familie lange auf Reisen. Angesichts des Erlebens anderer Kulturen, des Eintauchens in den Alltag vor Ort und des Kennenlernens von Einheimischen wird man plötzlich auf sich selbst zurückgeworfen und man fragt sich: Wer bin ich eigentlich? Wo gehöre ich hin? Würde ich nicht gerne noch woanders leben in meinem Leben? Etwa hier oder doch dort? Und wenn ja, würde ich mein bisheriges Zuhause in der Schweiz vermissen? Was würde ich dort aufgeben?
All diese Gedanken wanderten mir während meiner Reisen immer wieder durch meinen Kopf, bis… ja, bis sie irgendwann mein Herz erreichten, das ganz klar antwortete: Deine Wurzeln hast du in der Schweiz geschlagen. Dort sind all die tollen Menschen, die dich von Beginn an liebevoll unterstützt haben und zu Freunden geworden sind. Dort darf ich aber auch viele wunderbaren Menschen dabei begleiten, erfolgreich in der Schweiz anzukommen. Sowohl mit dem Kopf als auch mit dem Herzen.
Das Herz entscheidet, ob man angekommen ist
Integration ist meiner Erfahrung nach daher nicht in strikten Kriterien definierbar. Denn jeder geht diesen Weg anders und in seinem eigenen Tempo. Jeder fühlt sich auch auf eine andere Art und Weise mit dem neuen Land verbunden. Dass diese Verbindung wächst und gedeiht, Früchte trägt und so tief wurzelt, dass man sich rundum wohl, angenommen, geborgen und wertgeschätzt fühlt, allein das ist wichtig.
conectico ist offizieller Kooperationspartner von Bund und Kantonen
Als Sprachlehrinstitut ist conectico anerkannter Partner des Programms „Einfach besser!… am Arbeitsplatz“, dass Bund und Kantone ins Leben gerufen haben, um das sprachliche Know-how von Angestellten in der Schweiz berufsbezogen zu optimieren. In Kombination mit unseren praxisorientierten Integrationskursen verfolgen wir das Ziel, dass Sie nicht nur mit dem Kopf erfolgreich in der Schweiz ankommen, sondern auch mit dem Wichtigsten: Ihrem Herzen.
Ich freue mich auf Sie!
Ihre Olga Mühlethaler