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Schweizer Traditionen

Von Alpaufzug bis Znüni

Haben Sie schon einmal vom „Hornussen“ gehört? Sagt Ihnen „Schwingen“ etwas? Und wie steht es mit „Jassen“? Ja, die Rede ist von Schweizer Traditionen. Diese sind genauso einzigartig wie das Jodeln oder das Alphorn weltweit bekannt sind. Wen wundert es da, dass es laut der UNESCO insgesamt 228 lebendige Brauchtümer in der Schweiz gibt. Hinzu kommen natürlich noch die zahlreichen lokalen Traditionen sowie die täglichen kleinen Rituale, die auch das Arbeitsleben in der Schweiz prägen, wie zum Beispiel der „Znüni“.

Der Znüni: Morgens um neun in der Schweiz

Jeden Tag gegen neun Uhr trifft man sich in der Schweiz, um gemeinsam mit den Kollegen eine kleine Zwischenmahlzeit einzunehmen. Der soziale Treff „zu neun“ (Znüni) ist sowohl in den Schulen als auch in den Schweizer Unternehmen schon seit Jahrzehnten Tradition.

Jodeln und Alphorn: Jahrhundertealte Kommunikation über Berggipfel hinweg

Die Schweiz ist bekannt fürs Jodeln und natürlich auch für das Alphorn. Beides sind Traditionen, die eng mit dem Leben inmitten der Alpengipfel verbunden sind und im Laufe der Jahrhunderte ausgebildet und verfeinert wurden. Während das Alphorn einst den Hirten dazu diente, das Vieh von der Weide in den Stall zum Melken zu rufen, wurde das Jodeln, ein Gesang, der aus tief aus der Brust- und dem Kopfregister gebildeten Tonfolgen gebildet wird, dafür genutzt, sich mit den Nachbarn auf den angrenzenden Bergen zu verständigen.

Alpabzug und Sennerchilbi: Bräuche rund um den Alpensommer

Die Tradition, Rinder, Ziegen und Schafe im Frühsommer auf die saftigen Weiden in den Alpen zu treiben, ist bereits jahrhundertealt und wird begleitet von vielfältigen, lokalen Festen und Bräuchen. Insbesondere beim Alpabzug werden die Tiere mit Blumen geschmückt, die Menschen zeigen sich in ihren lokalen Trachten, dazu spielen Musikkapellen und es gibt vielseitige kulinarischen Leckereien. Diese Älpler- oder Sennerchilbi sind zum Beispiel in Entlebuch, Urnäsch, L`Evitaz, Flimserstein, Charmey, Wassen, Täschalp, Simmental und Grimentz besonders sehenswert.

Hornussen und Schwingen: Einzigartige Schweizer Sportarten

Bereits im 17. Jahrhundert wurde das Hornussen erstmals schriftlich erwähnt. Als Mischung aus Baseball und Golf wird der Nationalsport mit einer Scheibe, dem Nouss, gespielt. Da dieser beim Fliegen ein ähnlich summendes Geräusch wie die Hornisse macht, entstand der Name Hornussen. Dabei befördert der am Abschlagbock stehende Schläger den Nouss mit einem elastischen Stab in Richtung des gegnerischen Feldes, das Ries genannt wird. Dort müssen die Gegenspieler den Nouss mit einer Schindel abwehren, und zwar so, dass dieser den Boden ihres Feldes nicht berührt.

Auch beim Schwingen ist Kraft gefragt, denn hier findet der Freistil-Ringkampf wie der Name schon sagt mit viel Schwungkraft auf Sägemehl statt. Dabei tragen die Schwinger spezielle Schwingerhosen. Umgangssprachlich daher auch gerne „Hosenlupf“ genannt, geht die Tradition des Schwingens in der Schweiz bis ins 13. Jahrhundert zurück.

Kulinarische Traditionen: Viel mehr als nur lecker!

Mortadella und Luganighe aus dem Tessin, Saucisse auy choux aus Waadt, St. Galler Stumpen sowie Emmentaler, Le Gruyère, Appenzeller… ja, es gibt über 400 verschiedene Wurst- und mehr als 450 Käsesorten in der Schweiz. Dabei hat jede Stadt und jede Region noch ihre ganz eigenen kulinarischen Spezialitäten: International bekannt sind Birchermüsli, Bündnerfleisch, Raclette, Zürcher Geschnetzelte und Berner Rösti. Doch in Bern gibt’s seit 1798 auch die Berner Platte, die aus verschiedenen Fleischsorten mit Salzkartoffeln, Bohnen, Sauerkraut und sauren Rüben besteht.

Ebenso deftig ist die Waadtländer Saucisson, eine geräucherte Rohwurst aus Schweinefleisch, die gekocht und traditionell mit Lauchgemüse serviert wird. Danach eine Schale St. Galler Ribelmais mit Apfelmus oder Engadiner Nusstorte, lecker! Nahrhaft präsentieren sich zudem Capuns (Spätzleteig in Mangoldblättern) aus dem Bündnerland, die Chügelipastete (Blätterteigpastete aus Kalbfleisch, Champignons und Rosinen) aus Luzern sowie das Risotto alla Ticinese.

Durch Schweizer Traditionen die Schweizer Kultur besser verstehen

Mein interkulturelles Training vermittelt Ihnen Einblicke in die kulturellen, historischen und gesellschaftlichen Besonderheiten der Schweiz, so dass Sie wichtige Zusammenhänge zwischen der Schweizer Mentalität und Schweizer Lebensweise besser verstehen. Anhand vielfältiger praktischer Beispiele lernen Sie interaktiv und spielerisch, welche Einflüsse das Leben in der Schweiz prägen und wie Sie Teil davon werden können.

Das geht zum Beispiel auch wunderbar mit „Jassen“. Es handelt sich dabei um ein Kartenspiel, das wirklich jeder in Schweiz kennt und wahrscheinlich auch spielt. Gejasst wird in der Regel mit vier Personen und 36 Karten. Am besten Sie schauen sich einen Jass selbst einmal an! Sie werden sehen, es macht unheimlich viel Spass!

Ihre Olga Mühlethaler